Die Wort-Schmiede - für Texte nach Maß

20 Jahre   "Wir fragen nicht, wir helfen“

Ca. 40.000 Frühstücksgedecke, 80.000 Mittagessen, 1000 Sonntage Freizeitverzicht der ehrenamtlichen Helfer– das ist die Bilanz nach 20 Jahren Tübinger Sonntagsküche, die am 7. November ihr Jubiläum feiern kann.

20 Jahre Tübinger Sonntagsküche- das ist sonntags die Aussicht auf ein leckeres Frühstück und ein warmes Essen für Menschen, die auf eine kostenlose Mahlzeit angewiesen sind. Ihren Ursprung hat die Sonntagsküche  in der „Wärmeküche für Obdachlose“, die durch Elisabeth Pfeiffer aus Hirschau und Erwin Plaster ins Leben gerufen wurde. Bis 1989 verteilten sie im Männerwohnheim während der Winterzeit sonntags warme Mahlzeiten. Von Anfang an gelang es Dank intensiver Werbearbeit von Frau Pfeiffer, Spender mit ins Boot zu holen. Denn damals wie auch noch heute ist die Tübinger Sonntagsküche eine private, spendenfinanzierte Initiative und auf das Engagement vieler angewiesen. Ohne ehrenamtliche Mitarbeit, regelmäßige Geld- sowie Lebensmittelspenden, die Unterstützung durch Sammlungen in den Kirchengemeinden und Hilfe bei der Verwaltung ließe sich dieses Projekt nicht über 20 Jahre am Laufen halten.

Als die Räumlichkeiten im Männerwohnheim zu klein und der Bedarf immer höher wurde, zog die Wärmestube 1989 ins Schlatterhaus am Österberg 2 um. Dieser Termin gilt als Geburtsstunde der Tübinger Sonntagsküche. Jedoch selbst hier wurde die Küche bald zu klein und dank unermüdlichem Einsatz ist es 1992 unter der Leitung von Frau Pfeiffer gelungen, ca. 30.000 DM für den Umbau zu sammeln. 1993/1994 wird Frau Anneliese Wiedmann Leiterin und erhält für ihr langjähriges Engagement im Jahr 2007 den Preis der Bürgerstiftung Tübingen. Im gleichen Jahr übergibt sie die Leitung an Frau Gisela Fischer. Zur Zeit wechseln sich rund 50 Ehrenamtliche  in vier Teams sonntags ab und bereiten den Gästen Frühstück und Mittagessen, bedienen sie und nehmen sich Zeit zum Zuhören und Reden.

Ins Schlatterhaus kommen Obdach- oder Wohnungslose, Drogenabhängige, Punks und zunehmend immer mehr Jugendliche und Frauen. Für viele ist es neben der warmen Mahlzeit eine Anlaufstelle, um Kontakt zu haben, manche sind schon jahrelange Stammgäste. In einem sind sich alle einig, es schmeckt immer wieder gut. Das hören die fleißigen Helfer in der Küche natürlich gern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen aus allen Schichten der Bevölkerung sowie Altersklassen und helfen aus den unterschiedlichsten Gründen in der Initiative mit, meistens aus dem Bedürfnis, etwas für Menschen zu tun, denen es nicht so gut geht. Oder sie suchen die Gemeinschaft, weil es Spaß macht, zusammen zu arbeiten und die Freude und Dankbarkeit der Gäste zu erleben. „Wir fragen nicht, wir helfen“ – dieser Satz bringt die Arbeit im Schlatterhaus auf den Punkt: die Sonntagsküche ist keine Sozialstation, keine Diakonie und keine Illusionsstätte für Weltverbesserer oder  gar Wertevermittler. Hier wird gekocht, serviert und den Gästen „gedient“, ab und an auch ein Rat erteilt, wenn danach gefragt wird. Damit alles reibungslos klappt, sind neue Helferinnen und Helfer immer willkommen, gerne auch für ein Praktikum. Tatkräftige Unterstützung wünscht sich Andreas Moser unter anderem im Fahrdienst. Er denkt dabei an Personen, die regelmäßig die Spenderfirmen anfahren, um die Lebensmittel abzuholen, praktischerweise mit einem Kombi, damit auch recht viel geladen werden kann. Spenden kommen nicht nur von Geschäften sondern von unerwarteter Seite. 2006 starteten die Weilheimer Grundschüler eine Sammelaktion in der Weihnachtszeit und spendeten einen ganzen Karton Süßigkeiten für die Sonntagsküche und ihre Gäste. Vielleicht finden sich in diesem Jahr Nachahmer für diese gute Tat? Radio Helle Welle strahlte im Mai 2009 ein Interview aus, mit diesem Link können Sie es jederzeit abrufen.

Die Tübinger Sonntagsküche kooperiert bereits seit 1999 mit der Tübinger Tafel und deren Motto „ Jeder gibt was er kann: Spenden, Nahrungsmittel, Zeit“ lässt sich ohne Weiteres auch auf die Tübinger Sonntagsküche übertragen. Geldspenden können Sie bei der KSK einzahlen, für alles Andere freut sich Frau Fischer auf Ihre Nachricht.

 

Spendenkonto

KSK Tübingen

Konto-Nr. 101 985
BLZ 641 500 20

Kontakt:


Gisela Fischer
Hakenweg 32

72070 Tübingen

Tel. 0 70 71 79 15 77