20 Jahre
"Wir
fragen nicht, wir helfen“
Ca. 40.000
Frühstücksgedecke, 80.000 Mittagessen, 1000 Sonntage Freizeitverzicht der
ehrenamtlichen Helfer– das ist die Bilanz nach 20 Jahren Tübinger
Sonntagsküche, die am 7. November ihr Jubiläum feiern kann. Ins Schlatterhaus
kommen Obdach- oder Wohnungslose, Drogenabhängige, Punks und zunehmend immer
mehr Jugendliche und Frauen. Für viele ist es neben der warmen Mahlzeit eine
Anlaufstelle, um Kontakt zu haben, manche sind schon jahrelange Stammgäste. In
einem sind sich alle einig, es schmeckt immer wieder gut. Das hören die
fleißigen Helfer in der Küche natürlich gern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter
kommen aus allen Schichten der Bevölkerung sowie Altersklassen und helfen aus
den unterschiedlichsten Gründen in der Initiative mit, meistens aus dem
Bedürfnis, etwas für Menschen zu tun, denen es nicht so gut geht. Oder sie
suchen die Gemeinschaft, weil es Spaß macht, zusammen zu arbeiten und die
Freude und Dankbarkeit der Gäste zu erleben. „Wir fragen nicht, wir helfen“ –
dieser Satz bringt die Arbeit im Schlatterhaus auf den Punkt: die Sonntagsküche
ist keine Sozialstation, keine Diakonie und keine Illusionsstätte für
Weltverbesserer oder gar
Wertevermittler. Hier wird gekocht, serviert und den Gästen „gedient“, ab und
an auch ein Rat erteilt, wenn danach gefragt wird. Damit alles reibungslos
klappt, sind neue Helferinnen und Helfer immer willkommen, gerne auch für ein
Praktikum. Tatkräftige Unterstützung wünscht sich Andreas Moser unter anderem
im Fahrdienst. Er denkt dabei an Personen, die regelmäßig die Spenderfirmen
anfahren, um die Lebensmittel abzuholen, praktischerweise mit einem Kombi,
damit auch recht viel geladen werden kann. Spenden kommen nicht nur von
Geschäften sondern von unerwarteter Seite. 2006 starteten die Weilheimer
Grundschüler eine Sammelaktion in der Weihnachtszeit und spendeten einen ganzen
Karton Süßigkeiten für die Sonntagsküche und ihre Gäste. Vielleicht finden sich
in diesem Jahr Nachahmer für diese gute Tat? Radio Helle Welle strahlte im Mai
2009 ein Interview aus, mit diesem Link können Sie es jederzeit abrufen. Die Tübinger Sonntagsküche kooperiert bereits
seit 1999 mit der Tübinger Tafel und deren Motto „ Jeder gibt was er kann:
Spenden, Nahrungsmittel, Zeit“ lässt sich ohne Weiteres auch auf die Tübinger
Sonntagsküche übertragen. Geldspenden können Sie bei der KSK einzahlen, für
alles Andere freut sich Frau Fischer auf Ihre Nachricht.
20 Jahre Tübinger
Sonntagsküche- das ist sonntags die Aussicht auf ein leckeres Frühstück und ein
warmes Essen für Menschen, die auf eine kostenlose Mahlzeit angewiesen sind.
Ihren Ursprung hat die Sonntagsküche in
der „Wärmeküche für Obdachlose“, die durch Elisabeth Pfeiffer aus Hirschau und
Erwin Plaster ins Leben gerufen wurde. Bis 1989 verteilten sie im
Männerwohnheim während der Winterzeit sonntags warme Mahlzeiten. Von Anfang an
gelang es Dank intensiver Werbearbeit von Frau Pfeiffer, Spender mit ins Boot
zu holen. Denn damals wie auch noch heute ist die Tübinger Sonntagsküche eine
private, spendenfinanzierte Initiative und auf das Engagement vieler
angewiesen. Ohne ehrenamtliche Mitarbeit, regelmäßige Geld- sowie
Lebensmittelspenden, die Unterstützung durch Sammlungen in den Kirchengemeinden
und Hilfe bei der Verwaltung ließe sich dieses Projekt nicht über 20 Jahre am
Laufen halten.
Als die Räumlichkeiten im Männerwohnheim zu klein und der Bedarf
immer höher wurde, zog die Wärmestube 1989 ins Schlatterhaus am Österberg 2 um.
Dieser Termin gilt als Geburtsstunde der Tübinger Sonntagsküche. Jedoch selbst
hier wurde die Küche bald zu klein und dank unermüdlichem Einsatz ist es 1992
unter der Leitung von Frau Pfeiffer gelungen, ca. 30.000 DM für den Umbau zu
sammeln. 1993/1994 wird Frau Anneliese Wiedmann Leiterin und erhält für ihr
langjähriges Engagement im Jahr 2007 den Preis der Bürgerstiftung Tübingen. Im
gleichen Jahr übergibt sie die Leitung an Frau Gisela Fischer. Zur Zeit
wechseln sich rund 50 Ehrenamtliche in
vier Teams sonntags ab und bereiten den Gästen Frühstück und Mittagessen,
bedienen sie und nehmen sich Zeit zum Zuhören und Reden.
Spendenkonto
KSK Tübingen Konto-Nr. 101 985
BLZ 641 500 20
Kontakt: Gisela Fischer
Hakenweg 32
72070 Tübingen
Tel. 0 70 71 79 15 77