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Happy Birthday!
40 Jahre Schönbuch-Apotheke 1968 bis 2008



Apotheke, Apotheker: woher kommen diese Namen, was bedeuten sie eigentlich? Das Wort stammt aus dem lateinischen „apotheca“ und bezeichnete im 9. Jahrhundert die klösterlichen Räume zur Aufbewahrung von Heilkräutern. Heilkundige Mönche, die sich in dieser Zeit mit der Aufzucht und Verarbeitung der Heilkräuter beschäftigten, können als Vorläufer der Apotheker bezeichnet werden. 1241 erlässt der Stauferkaiser Friederich II. eine Medizinalordnung, die eine Trennung der Berufe von Arzt und Apotheker gesetzlich vorschreibt. Seit dieser Zeit darf der Arzt nur noch Medikamente verordnen, die Apotheke wird zu dem Ort, an dem Arzneien verkauft werden. Im Laufe des 14. Jahrhunderts werden nicht nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen verkauft, sondern der Apotheker stellt in seinem Offizin Arzneien selber her. (Officina, lateinisches Wort für Werkstatt des Apothekers). Drogen bedeutet in Apothekersprache nicht Rauschgift, sondern so werden die Blüten und Pflanzen bezeichnet.


Die Anforderungen an das Können und Wissen werden immer höher, deshalb besuchen zu Beginn des 16. Jahrhunderts die ersten Apotheker Vorlesungen an den Universitäten, um ihr Wissen zu erweitern, seit dem 19. Jahrhundert muss der Apotheker an einer Universität studieren. Im 17. und 18. Jahrhundert wird in den Apotheken chemisch geforscht und Arzneimittel chemisch hergestellt. Weil immer mehr Arzneimittel eingesetzt und benötigt wurden, entstanden im 19. Jahrhundert die ersten pharmazeutischen Betriebe, die Apothekenlaboratorien konnten den Bedarf nicht mehr abdecken. Dadurch vollzog sich eine bedeutungsvolle Umstellung der deutschen Apotheke. Die Arzneimittelherstellung ging zurück, statt dessen trat die Verpflichtung und die Fähigkeit des Apothekers zur Prüfung der gekauften Arzneimittel auf ihre Güte und Brauchbarkeit in den Vordergrund. Noch heute im 21. Jahrhundert ist die Apotheke die letzte Kontrollinstanz aller Arzneimittel vor der Abgabe an Patienten und Kunden. Somit ist der Apotheker dieser Zeit wieder der Kaufmann des 13. Jahrhunderts mit dem Wissen und Können der Moderne und der Flut an Gesetzen und Verordnungen.

Und nun zu unserem Jubilar! Anfang der 60er Jahre entstand auf der Wanne von Tübingen ein neues Wohnviertel, das heute Einiges zu bieten hat: die Kunsthalle (1971) mit dem Literaturcafé oder die Naturwissenschaftlichen Institute der Karl-Eberhardt-Universität (Morgenstelle) sowie den 1968 eröffneten Botanischen Garten. Betrachtet man jedoch das Luftbild aus der Zeit, könnte man die Eröffnung der Schönbuch-Apotheke durch Inge und Wulf Baumann als ein Risiko bezeichnen. Ein paar Hochhäuser, viele Felder, Obstwiesen, ein Viertel für sich hoch oberhalb von Tübingen: die Wanne. Es war eine gute Entscheidung, denn heute, 40 Jahre später feiert die Schönbuch-Apotheke Geburtstag und ist mit kurzer Unterbrechung immer im Familienbesitz. Wer in Erinnerungen schwelgen will oder sich die Bilder zum ersten Mal ansehen möchte, kann im liebevoll gestaltetem Schaufenster, auch der Wintergarten genannt, die Entwicklung der Schönbuch-Apotheke verfolgen.



Seit 2004 leitet die Tochter Ute Weiss die Geschicke des Unternehmens. Ihr Traumberuf war es nicht gewesen, hatte sie von Kindesbeinen den Einsatz ihrer Eltern bei Tag und auch bei Nacht, Sonn- und Feiertags hautnah erlebt. Erst spät entschied sie sich zum Zweitberuf und absolvierte ihr Studium.


So wie sich das Bild der Wanne im Laufe der Jahre verändert hat, so hat sich auch das Aufgabengebiet der Schönbuch-Apotheke mitgewandelt. Vor 40 Jahren waren Babynahrung, Windeln, Pflanzenschutzmittel und vieles mehr Artikel, die in der Apotheke gekauft wurden. Produkte, die später in die Drogeriemärkte abwanderten. Auch wurden noch viele Arzneimittel im Apothekenlabor selber hergestellt. Eine alte Waage legt noch Zeugnis aus dieser Zeit ab, übrigens benutzt wird diese auch heute noch, genauso wie die Salbenmühle und Giessformen für Zäpfchen.


 


Frau Weiss sieht den Apotheker als Dienstleister. Dienstleister für die Kunden, den Staat, der immer neue Auflagen fordert und für die Krankenkassen. Schließlich gilt es täglich ein Arzneimittel auf Herz und Nieren zu testen, zu dokumentieren und ggf. bei Verdacht auf Abweichungen oder Veränderungen Alarm zu schlagen.


Aufgewachsen auf der Wanne kennt sie fast jeden Kunden und seine Geschichte. So ist es nicht verwunderlich, dass viele vertrauensvoll um Rat fragen, besonders wenn es um neue Arzneimittel oder Behandlungsmethoden für dieses oder jenes Krankheitsbild geht. Kundenservice wird hier sehr groß geschrieben. Die Schönbuch-Apotheke liefert bei Bedarf kostenfrei Medikamente ins Haus. Dieser Dienst kommt vor allen Dingen alten, allein stehenden Anwohnern zu gute, die nicht mehr selber einkaufen können, und auch der grippige Kranke ist dankbar, wenn er mit 39,5 Fieber seine Medizin an der Haustür in Empfang nehmen kann. Medikamente können telefonisch oder per Email  vorbestellt werden, damit ist gewährleistet, dass beim nächsten Einkauf in der Schönbuch-Apotheke die Arznei schon bereit liegt. Das erspart dem Kunden einen evtl. zweiten Gang in die Apotheke. All diese Leistungen sind aber erst durch die QMS-Zertifizierung möglich geworden.

Ein weiterer Service sind die Öffnungszeiten der Schönbuch-Apotheke: Montag-Freitag von 8.00 bis 18.30 Uhr – Samstag von 8.30 bis 16.00 Uhr. Frau Weiss und ihr fach- und sachkundiges Team, das aus Apothekerinnen und PTA besteht sowie Praktikanten, die während des Studiums ein halbes Jahr lang in Apotheken arbeiten, sorgen für eine fundierte Beratung. Wenn es etwas länger dauert, können Sie einen Becher Tee aus dem reichhaltigen Sortiment genießen und dabei die neueste Ausgabe der Apothekerrundschau oder „Tübingen im Fokus“ lesen oder mit den Augen einen kleinen Rundblick an den Regalen und den Auslagen entlang starten.

Dabei fällt sofort auf, mit welchem Geschick bei jeder Modernisierungs- und Umbauphase die ursprüngliche Ladeneinrichtung aus hellem Holz integriert wurde bzw. die neuen Regale den Erstlingen angepasst sind. Die Regale sind thematisch gefüllt, so dass kein lästiges Suchen, wir kennen dass alle von Discountläden, die Auswahl vergällt. Alles rund um Körper- und Gesichtpflege und Kosmetikprodukte finden Sie gleich im Eingangsbereich. Bei Problemen mit Haar und Kopfhaut erhalten Sie eine speziell entwickelte Produktpalette aus Paris.


Bei Hautproblemen berät Frau Salm die Kunden. Mit zwei hochwertigen Pflegeserien gönnen Sie ihrer Haut was Gutes. Vitaminprodukte, Mittel gegen Mückenstiche, Zecken, Sonnenbrand und Cremes für müde Beide, Nasenspray, Kopfwehtabletten usw. gehören zum Standardprogramm eines Apothekenangebotes. In der Schönbuch-Apotheke erhalten Sie zudem noch getrocknete Früchte, ganz viele leckere Teesorten, Honig von einem Imker aus der Nachbarschaft. Alles Bio versteht sich. Und die naturbelassensten Kräuter und Heilpflanzen, die sie sich denken können, bekommen Sie ebenfalls in der Schönbuch-Apotheke. Denn auch diese Drogen werden nach strengen Vorgaben auf Gehalt und Reinheit, dem Arzneibuch entsprechend von den Apotheken getestet. So kann sichergestellt werden, dass keine Verunreinigungen durch Pestizide oder sonstige Belastungen vorhanden sind. Ein Werbeslogan rät: bei. . . fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. In diesem Fall können Sie ihrem Apotheker blind vertrauen. Regelmäßige Preis-Aktivitäten (Sonderangebote) sorgen dafür, dass nicht immer nur von „Apothekerpreisen“ gesprochen wird.


Frau Weiss wird oft gefragt: waren Sie im Urlaub, ich habe Sie schon so lange nicht mehr gesehen. Nein war sie nicht, sondern die meiste Zeit verbringt sie im Büro, da warten die Buchhaltung, das Bestellwesen, die gesetzlich geforderten Dokumentationen, das Testen der Medikamente, Fortbildungsunterlagen und, und, und auf Ausführung. Gerne nutzt Sie in diesem Papierwust die Gelegenheit zu Kundenberatungsgespräche, denn der Kontakt mit Menschen macht für Frau Weiss den Reiz dieses, ihres Berufes der Apothekerin aus.

„Tübingen im Fokus“ wünscht Frau Weiss weiterhin viel Freude und Kraft an und für Ihren Beruf und gratuliert recht herzlich zum 40-jährigen Bestehen.


Wir von der Redaktion freuen uns schon auf die nächste Berichterstattung, wenn es heißt: Die Schönbuch-Apotheke wird ein halbes Jahrhundert jung.

Kontaktdaten:
Schönbuch-Apotheke
Inh. Ute Weiss
Beim Herbstenhof 11
72076 Tübingen

Tel. 07071 61371
Fax 07071 68452

www.schoenbuch-apotheke-tuebingen.de
Emailadresse: info@schoenbuch-apotheke-tuebingen.de