Tübinger Tafel e.
V. Lebensmittel für bedürftige Menschen
Helfer des Alltags
- im Ehrenamt
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. (Erich Kästner)
Die Tübinger Tafel wurde als eingetragener Verein im Juli 1998 gegründet; sie entstand
aus einer Initiative von drei Tübinger Kirchengemeinden und startete mit 11
Mitgliedern. Pate stand der damalige Erste Bürgermeister der Stadt Tübingen,
Gerd Weimer Sechs Monate dauerte die Vorbereitung bis der erste Kunde bedient
werden konnte. Geeignete Räume mussten gefunden sowie renoviert und umgebaut
werden, ein Lieferwagen wurde von Spendengeldern angeschafft, es galt aber
auch, Personen zur Mitarbeit zu begeistern. Im März 1999 fiel der Startschuss,
die Tübinger Tafel öffnete die Türen. 35 ehrenamtliche Mitarbeiter versorgten
pro Öffnungstag ca. 125 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. 2004 kaufte der
Verein einen neuen Lieferwagen mit Kühlaggregat dank der Hilfe eines Sponsors
und Spendengeldern. Der alte Lieferwagen leistet nun gute Dienste in einer
Missionsstation in Nairobi/Kenia. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der
bedürftigen Menschen in Tübingen und Umgebung, so dass der Platz der Tafel
nicht mehr ausreichte. Ein Umzug war unvermeidlich und 2005 bezog die Tübinger
Tafel neue Räumlichkeiten in der Katharinenstraße 29 im Französischen Viertel.
Rund 105 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen helfen viermal in der
Woche mit unermüdlichen Einsatz, damit bedürftige Kunden in der Tübinger Tafel
e. V. einkaufen können. Die Zahl der Kunden steigt ständig an, waren es vor 9
Jahre 125 Kunden, werden mittlerweile 520 Haushalte mit etwa 1100 Personen
unterstützt und monatlich ca. 2000 Warenkörbe verkauft. Pro Person kostet der
gut bestückte Warenkorb 1,20 €, ab 5 Personen pro Haushalt 5 € Höchstsumme und
enthält unter anderem Backwaren, Obst, Gemüse und Milchprodukte.

Wer kann in der Tafel einkaufen? Die
Stadt Tübingen bietet eine BonusCard für alle an, die nur über ein geringes
Einkommen verfügen. Im Bürgeramt, Schmiedtorstraße 4, 72070 Tübingen wird gegen
Vorlage des Passes oder Personalausweises sowie den Einkommensnachweisen die
BonusCard ausgehändigt. Dieser Ausweis berechtigt den Inhaber, zweimal
wöchentlich in der Tübinger Tafel einzukaufen. Zusätzlich ermöglicht die
BonusCard Preisnachlässe für Angebote und Dienstleistungen in den Bereichen
Freizeit, Konsum, Kultur und Verkehr. Die Kunden der Tübinger Tafel kommen aus
allen Schichten und jeder mit einem persönlichen Schicksal behaftet.
Tübinger
Tafel e. V.: wie funktioniert die der Ablauf?
Nach dem Motto: Jeder gibt was er kann – Spenden – Nahrungsmittel –
Zeit.
Diese drei Säulen: Geld, Ware, Mitarbeit bilden das Fundament für die
wichtige Arbeit des Vereins. Wie bereits erwähnt, sind zur Zeit rund 105
Mitarbeiter/Innen ehrenamtlich und unentgeltlich in allen möglichen Bereichen
im Einsatz: da gibt es den Fahrdienst, den Kassenbereich, die fleißigen Helfer
im Lager und an der Verkaufstheke sowie die Büro- und Vorstandsarbeit. Im Büro sorgt Frau Bohlmann als Allroundkraft
für einen reibungslosen Ablauf des Betriebes, betreut die Praktikanten, teilt
die Helfer ein, überwacht die Wareneingänge, bespricht mit den Mitarbeitern den
Inhalt der Warenkörbe und ist die Ansprechpartnerin für alle Fälle. Diese
Verwaltungs- und Organisationsarbeit ist inzwischen die eines mittleren
Betriebes und, es muss hier noch einmal betont werden, wird unentgeltlich
geleistet.

Frau Pflugfelder ist hauptsächlich mit der
Vorstandsarbeit beschäftigt und kümmert sich mit den anderen Mitgliedern um die
Gewinnung und Betreuung der Spender und Lieferanten. Einmal die Woche hilft
auch Sie in der Tübinger Tafel mit. An der Kasse traf ich Frau Margareta
Connert, ihre Aufgabe ist es, die Berechtigungskarten zu überprüfen, die
Losnummern zum Einkaufen zu verteilen, den Obolus zu kassieren sowie das
Kassenbuch zu führen.

Der Fahrdienst holt täglich bei den Lieferanten die Ware ab. An jedem Verkaufstag sind 18 Helfer im Einsatz und sorgen für einen raschen Verkauf. Viermal in der Woche ist die Tübinger Tafel geöffnet, donnerstags ist Frauentag, damit respektiert die Tübinger Tafel die Regeln fremdländischer Kulturen. So unterschiedlich die Schichten der Kunden sind, so unterschiedlich sind auch die Beweggründe der ehrenamtlichen Mitarbeit in der Tübinger Tafel. Eltern schicken ihre Sprösslinge, damit sie einmal die Schattenseiten des Lebens kennen lernen. Gestrauchelte Jugendliche werden von Amts wegen zum sozialen Dienst „verdonnert“. Wie Frau Bohlmann betonte, verrichten diese die Arbeit besonders engagiert. Schüler und Schülerinnen absolvieren hier die Schulpraktika.

Ca. 25 % der Helfer kommen aus der Kundschaft. Aus
Dankbarkeit unterstützen sie mit ihrer Hilfe die Arbeit des Vereins. Wer
mitarbeiten möchte, bestimmt seinen Zeiteinsatz selber, jeder so wie er kann.
Die Nahrungsmittel werden von kleinen und großen Geschäften kostenlos
abgegeben. Meist handelt es sich überschüssige Ware, die in den Läden nicht
mehr verkauft werden kann und normalerweise entsorgt wird, das
Haltbarkeitsdatum aber noch nicht überschritten ist. Saisonal bedingt freuen sich
dann die Kunden der Tafel auch an Osterhasen oder Weihnachtsmänner aus
Schokolade nach dem Fest und gar manche Schokoladenköstlichkeit liegt dann im
Einkaufskorb.

Groß ist die Freude und Dankbarkeit für die
Bereitstellung der Ware, ein Problem belastet den Etat des Vereins enorm: die
Müllgebühren insbesondere für den Biomüll. Obst und Gemüse sind nicht immer im
einwandfreien Zustand und dadurch nicht zum Verkauf geeignet. Es wandert
naturgemäß in den Biomüll und bei steigender Kundenzahl und Warenbedarf erhöhen
sich diese Betriebsausgaben ebenfalls. Wie jedes Unternehmen muss auch die Tübinger Tafel die Betriebskosten
selber erwirtschaften. Dazu gehören die Miete und Unterhaltung der
Räumlichkeiten, Strom, Wasser, Heizung, Reparaturen, Müllgebühren aber auch
Fahrzeugkosten wie Sprit, Versicherung, KfZ-Steuer usw., in Zahlen ausgedrückt
rund 60.000 € im Jahr, Tendenz steigend. Gedeckt werden die Kosten durch
Spenden von Organisationen, Firmen und Einzelspenden sowie durch den Verkauf.
Bis jetzt hat dieses Finanzierungsmodell funktioniert, jedoch Kundenzahl und
Kosten steigen weiter an und somit auch der Geld- Sach- und Zeitbedarf.
Sie
möchten den Verein und seine Arbeit unterstützen? Im Internet auf http://www.tuebingertafel.de/hilfe.html
erfahren Sie, welche Möglichkeiten geboten werden und an wen Sie sich wenden
können.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. (Erich Kästner)
Es
müssen nicht immer die großen Taten sein, auch kleine Hilfen wirken Wunder und
die Verantwortlichen des Vereins sind dankbar für jede Unterstützung. Darum die
Bitte der Tübinger Tafel: „Helfen Sie mit, die soziale Lage zu mildern und
unterstützen Sie unsere Arbeit im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mit Spenden,
Nahrungsmittel, Zeit.“
Tübinger Tafel e. V. Telefon und Fax: 07071 94 06 94
Öffnungszeiten: Mittwoch von 18:00 bis 20:00 Uhr
Katharinenstraße 29
72072 Tübingen
Dienstag,
Donnerstag und Freitag von 15:30 bis 18:00 Uhr
Spendenkonto: Kreissparkasse Tübingen
Konto-Nr. 288994
BLZ 641 500 20