In Tübingen auf dem Weihnachtsmarkt
Fröhliche Weihnacht! Überall tönet durch die Lüfte froher Schall.
Alle Jahre wieder setzt in Tübingen ein munteres Treiben ein. Da wird gehämmert und gezimmert, es werden Buden aufgestellt, die Stadt rüstet sich für die Besetzung der besonderen Art am 3. Adventswochenende. Zigtausend von Besuchern aus nah und fern fallen in die Stadt ein.
Aber nicht etwa wilde Rittersleute oder gar die Römer, was ja die Tübinger bekanntlich nicht unbedingt als das Schlimmste ansehen würden, machen sich die Stadt untertan, sondern der Weihnachtsmarkt in Tübingen lockt die Scharen an.
Von der "Unteren Stadt" über die "Krumme Brücke" und Kornhausstraße hin zum Marktplatz, über den Holzmarkt bis in die Neckargasse, Neue Straße und rund ums Nonnenhaus bieten Vereine, Privatpersonen und Organisationen Kunsthandwerk, Selbstgestricktes, edlen Schmuck, schöne Keramik, Honig und Kerzen und noch viel mehr. Auch die Geschäfte präsentieren ihr Warenangebot zusätzlich in den Fußgängerzonen und vor den Verkaufsläden und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die engen Straßen rasch mit Passanten füllen.
Der leckere Duft vom frisch gebackenen Lebkuchen, Mandeln und Glühwein weht durch die Gassen. Musikanten, groß und klein, spielen Weihnachtslieder auf Flöte, Klarinette oder Geige, Drehorgelmusik erfreut die Herzen. Das Wetter hat sich herausgeputzt, es ist knackig kalt und trocken, vereinzelte Schneeflocken tänzeln durch die Luft, die Sonne scheint und macht richtig Appetit auf Glühwein, Naschwerk und rote Wurst. Nostalgische Kinderkarussells sorgen für glänzende Augen, zahlreiche Musikanten und Chöre bieten ein abwechslungsreiches Programm. Weihnachtsgeschenke werden gekauft, Freunde treffen sich zum einem vorweihnachtlichen Plausch unter dem großen grünen Weihnachtsbaum.
Ja, Sie haben richtig gelesen: der Tübinger Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz ist wirklich grün. Keine Kugel, kein Schmuck ziert den großen Baum und selbst die Lichterkette leuchtet nur spärlich in den Abendhimmel. „Den hätten sie sich sparen können“ oder „ damit haben die sich aber keinen Lorbeerkranz verdient“, so die Kommentare um mich herum. Und wirklich, mein Blick hoch zur Tannenspitze bestätigt die kritischen Aussagen. Dies tut der Stimmung der Besucher aber letztlich keinen Abbruch. In Tübingen eintauchen und sich wohlfühlen, das trifft auch an diesem Wochenende wieder zu, trotz des Gedränges ist es gemütlich in Tübingen. Wer es ruhiger mag, geht durch eine der vielen Seitenstraßen Richtung Nonnenhaus, bewundert die Auslagen in den unzähligen kleinen Geschäftchen oder lässt in einem der gemütlichen Cafes den Tag ausklingen bevor er wieder heimwärts fährt.
Alle Jahre wieder ist Weihnachtsmarkt in Tübingen und mein persönlicher Schlachtplan für das nächste Jahr lautet:
1. Erledige ja nicht vorher die Weihnachtseinkäufe, die Einkaufstüten stören nur!
2. Warte geduldig am Glühweinstand, wenn Du was trinken möchtest, der nächste ist genauso belagert wie der erste!
3. Das Gleiche gilt für den Bratwurststand!
4. Geh mit Freunden hin, gemeinsam ist es lustiger!
5. Druck die Liste aus, sonst ist es nächstes Jahr in Vergessenheit geraten!
(syw)
Fröhliche Weihnacht! Überall tönet durch die Lüfte froher Schall.