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Zu Besuch beim Gesangverein
Sängerkranz-Harmonie Tübingen 1828 e.V.

 

Wir brauchen MÄNNER! Dies ist der sehnlichste Wunsch von Frau Gisela Jericho und ihren vielen Mitsängerinnen im Gesangverein Sängerkranz-Harmonie Tübingen 1828 e.V. als stimmkräftige Unterstützung im Verein. Und auch die Sänger selber wünschen sich nichts Sehnlicheres mehr als Verstärkung in den eigenen Reihen.

Es ist kaum zu glauben, dass der Tübinger an sich ein Sangesmuffel sein soll oder etwa doch? Nicht wirklich, sonst bliebe die Erfolgsgeschichte ein ewiges Rätsel. Denn: der „Sängerkranz-Harmonie“ ist der größte und älteste Gesangverein in Tübingen. Seine Wurzeln reichen über den „Sängerkranz“ bis in das Jahr 1828, möglicherweise sogar noch weiter zurück. Der Verein pflegte enge Kontakte zu Friedrich Silcher (1789–1860) und Ludwig Uhland (1787–1862); beide prominente Tübinger schmücken die im Jahr 1929 geschaffene Vereinsfahne.

Sowohl der „Sängerkranz“ als auch die „Harmonie“ veranstalteten regelmäßig Frühjahrs- und Herbstkonzerte, Kirchenkonzerte, Benefizkonzerte sowie Theateraufführungen und waren aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht wegzudenken. Beide Vereine waren mit verantwortlich für das allgemeine Liederfest in Tübingen im Jahr 1843, bei dem unter Silchers Leitung 1.500 Sänger aus 42 Vereinen im Hof des Schlosses Hohentübingen sangen.

Der „Sängerkranz“ war im Jahr 1849 unter den Gründungsmitgliedern des Schwäbischen Sängerbundes in Göppingen. Nur noch 20 Jahre und der Gesangverein kann das 200-jährige Jubiläum feiern. Dafür sorgen in emsiger Vereinsarbeit der 1. Vorsitzende Wolfgang Riebe und sein Vize Dr. Helmut Eck.

Weil die Sänger und Sängerinnen von heute nicht die aktiven Jubilare von morgen sein können, das Durchschnittsalter im Chor ist momentan 50 plus, besteht die Hauptaufgabe darin, für Nachwuchs und somit für den Fortbestand des Chores Sorge zu tragen. Kein leichtes Unterfangen in einer Stadt wie Tübingen mit der vielfältigen Vereinskultur.

„Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Diesen Ratschlag beherzigen rund 95 aktive Sänger und Sängerinnen jeden Dienstagabend von 19:15 Uhr bis 21:15 Uhr und treffen sich im großen Saal vom Schlatterhaus, Österbergstraße, Tübingen, zur wöchentlichen Chorprobe unter der Leitung von Dirigent Eberhard Höngen.

Das Repertoire umfasst klassische und aktuelle Chormusik: Alte Meister, geistliche Musik, Opernchöre, Musicals, internationale Folklore, Schlager, Spirituals. Das Liedgut bietet somit für Sangesfreudige und solche, die es noch werden wollen, viel Abwechslung. Die Aktivitäten sind umfangreich: jährliche Konzerte im Festsaal der Universität Tübingen oder in der Stiftskirche Tübingen, Themenkonzerte, Serenadenabende, Teilnahme an Chorreisen ins In- und Ausland, Soziales Singen, Stimmbildung bei gemeinsamen Chorwochenenden und vieles mehr werden unternommen. Geselligkeit wird bei Ski-Wochenenden und Wanderungen großgeschrieben. Munter geht es vor und während der Gesangsstunde zu. Da werden die Stühle gestellt und Noten verteilt, die Vorkommnisse der letzten Tage erzählt und gewiss auch von manch Zipperlein berichtet. Doch wenn der Dirigent die ersten Töne auf dem Klavier anschlägt, dann sind alle konzentriert, und mit Eifer und Spaß werden die Liedstücke erarbeitet. Jede Gesangsstimme, ob Sopran, Alt, Tenor oder Bass ersingt sich Note um Note, was sich mitunter für das ungeübte Ohr „grauselig“ anhört. Der Einsatz wird belohnt: wenn alle Stimmen zusammen singen, erschallt das Lied klangvoll und ausdrucksstark. Davon konnte der Chor zuletzt in seinem Hauptkonzert am 3. November 2007 überzeugen.

„Weißt Du noch … ? Unvergessliche Melodien verzauberten ein begeistertes Publikum im vollbesetzten Festsaal der Universität in der Neuen Aula. Kaum dass der letzte Ton verklang, wird schon fleißig für das nächste Jahreskonzert am 22.11.2008 im Festsaal der Universität Tübingen geprobt. Es steht unter dem Motto „Lieder der Romantik“, und alle begeisterten Fans des Chores können sich schon heute auf dieses musikalische Ereignis freuen. Ein weiterer Höhepunkt im Jahre 2008 wird die Teilnahme im Mai am Chorfest in Bremen sein.

Wem die Zeit bis dahin zu lang erscheint, ist herzlich zum Mitsingen eingeladen.

Musik ist nicht nur für die Seele gut. Wer in einem Chor singt, erkrankt seltener an Schnupfen als Menschen, die Musik nur passiv genießen. Einige Studien belegen die positive Wirkung des Singens. Singen ist ähnlich gesund wie regelmäßiger Sport. Denn es ist nicht nur eine Stimmbandaktion, sondern eine Aktivität, die den ganzen Körper einschließt. Lunge, Herz, Zwerchfell, ja sogar die Bauchdecken-, Bein- und Gesäßmuskulatur sind daran beteiligt, mit entsprechenden positiven Effekten auf Herz und Kreislauf. Das Zusammenspiel der Organe, kombiniert mit dem Gefühl, selbst kreativ zu sein, hilft außerdem dabei, psychische Spannungen abzubauen. Eine Studie der Uni Frankfurt belegt, dass Singen auch das Immunsystem mobilisiert. So zeigten die Sänger eines Laienchors nach ihrer Probe deutlich verbesserte Abwehrleistung bei grippalen Infekten. Wer also im Chor aktiv ist, bekommt seltener eine Tropfnase, obwohl dort massenweise Keime von einem Sänger zum anderen übertragen werden. Gesang als Wellness- programm, wer kann da noch nein sagen?  

Wir von TiF wollten wissen, was bewegt Menschen zum Singen im Chor. Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen, hier einige Zitate:

Ich singe im Sängerkranz-Harmonie Tübingen:  


    weil ich in der heutigen Zeit ein gemeinsames Ziel und Anschluss an eine Gemeinschaft gefunden habe


    weil es mir Freude macht, in einem so facettenreichen Chor zu singen und Musik zu erleben

    weil für mich Singen das Lächeln der Seele ist

    weil wir dort zusammen singen können und Singen unsere Stimmung aufhellt (Renate Titz-Brenke & Werner Brenke)

    weil mich das Konzert im Uni-Festsaal stark beeindruckt hat

    weil dieser Chor sehr vielseitig ist und Abwechslung zum Berufsalltag bringt

    weil neben Gesang auch Freude, Kameradschaft und unzählige Freizeitangebote offeriert werden

    weil das Singen unter unserem hochmusikalischen Chorleiter Eberhard Höngen besonderen Spaß macht

    weil … diese Liste noch unendlich lang fortgeführt werden kann.

 

Eins fällt in den vielfältigen Antworten besonders auf: die Freude an Gemeinschaftlichkeit.

In der heutigen Zeit ist die Geselligkeit innerhalb eines Vereins und nicht nur für einsame Menschen ein ganz wichtiger sozialer Aspekt.

Wo sonst können regelmäßig Kontakte und Freundschaften gepflegt werden? Und insbesondere in einem Gesangverein können Junge und Jung gebliebene miteinander singen. Hier geht es nicht um Muskelkraft oder Rekordzeiten, sondern einzig und allein um den Spaß an der Freude. Nicht umsonst heißt es: „so wie die Alten sungen zwitschern auch die Jungen“. In diesem Sinne sei dem Sängerkranz-Harmonie für die nächsten Jahrzehnte noch viel Gezwitscher zu wünschen.

Sie wollten schon immer mal eine Schnupper-Chorprobe erleben? Dann trauen Sie sich doch einfach. Sie sind herzlich willkommen immer dienstagabends im großen Saal vom Schlatterhaus, Österbergstraße von 19:15 Uhr bis 21:15 Uhr. Wer weiß, vielleicht heißt dann eines Tages Ihre Antwort:
 

Ich singe im Sängerkranz-Harmonie, weil ich mich getraut habe.

(Syw)