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Zu Besuch beim Vorstadttheater
Gastspiel im LTT

Alles ist nur Theater und ist doch auch Wirklichkeit
Theater - das Tor zur Phantasie. Ihr schenkt uns Applaus,
wir geben alles für euch und lachen und weinen für euch:
ja wir geben alles für euch. (Liedzeile von Katja Ebstein)


Erwartungsvolle Stimmung im Foyer der LTT Werkstatt, Kinder mit Eltern, Oma, Opa warten geduldig bis sich die Tür öffnet zum Gastspiel der Tübinger Puppenbühne „Gestatten: Froschkönig“ Schnell füllen sich die Ränge, der Saal wird dunkel, Musik erklingt. Im Reich des Froschkönigs erwacht der Tag, verliebte Schnecken busseln sich durch das Gras, Schmetterlinge flattern in den ersten Sonnenstrahlen und Marienkäfer begrüßen singend den neuen Morgen. Und spätestens beim Auftritt des Froschkönigs sind die Zuschauer, groß wie klein im Bann dieses witzigen Kindermusicals nach dem Buch von Simone Härter. Tanzende Regenschirme, singende Lippenstifte, swingende Frösche wirbeln über die Bühne.

Und gewunschen wird, dass die Bretter, die die Welt bedeuten, sich biegen. Schließlich lebt der verzauberte Prinz in einem Wunschbrunnen. Diesem Brunnen werden die geheimsten Wünsche anvertraut und manch Opfer dargebracht: vom Bauern und seinem Traum von einer Ernte dicker Kartoffeln bis zu kusswütigen Prinzessinnen, die unbedingt Königinnen werden wollen. Alle Opfer sind umsonst, die Wünsche erfüllen sich nicht.

Der Froschkönig hat einfach keine Lust auf Küssen und König werden. Doch eines Tages verliebt er sich in eine unglückliche Prinzessin. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Gibt es ein Happyend? In den nächsten Aufführungen am 8. und 9. Dezember lüftet die Tübinger Puppenbühne für alle, die es wissen wollen, in den Räumen des Vorstadttheaters in der Katharinenstraße 28 dieses Geheimnis. Nach der Vorstellung stürmten die Kinder hinter die Kulissen, um die Puppen unter die Lupe zu nehmen und für einen kurzen Moment selber ein Puppenspieler zu sein.



Dieses Musical wird mit Stabpuppen aufgeführt und manche Figuren sind größer als die kleinen Fans. Die Tübinger Puppenbühne, gegründet 1980 und seit 1995 als gemeinnütziger Verein besteht aus zur Zeit ca. 20 fördernden und aktiven Mitgliedern. Das Ensemble umfasst 9 Spielerinnen und Spieler und zeichnet sich für Puppen- sowie Requisitenherstellung, Technik, Aufführung, Aufbau und Abbau im und als Team verantwortlich. Alles wird ehrenamtlich gemeistert, denn und darauf ist man sehr stolz, die Tübinger Puppenbühne als Träger des Vorstadttheaters wird nicht aus öffentlichen Mitteln gefördert.

Die Unabhängigkeit ermöglicht die Freiheit, auch unangenehme Dinge beim Namen zu nennen bzw. auf der Bühne zu präsentieren. Zuhause ist das Vorstadttheater in einem ehemaligen Gebäude der französischen Garnison. Genauer gesagt in der ehemalige Latrine der französischen Garnison. Der 1. Vorsitzende Dr. Herrmann kommentiert Augen zwinkernd:. „Da kann man mal sehen, selbst an so einem Ort lässt sich noch viel Theater machen.“

Die Puppenbühne ist ein Figurentheater und spricht Kinder sowie Erwachsene gleichermaßen an. Gespielt wird mit klassischen Handpuppen und Stabfiguren sowie Schattentheater. Das Repertoire umfasst Märchenstücke, Kasperlkomödien und kabarettistisches Figurentheater. In der ganzen Region beliebt ist das Kasperltheater am Sonntag. Das Abendprogramm bietet dem interessierten Publikum Theaterstücke, schwäbisches Heimatgefühl und musikalisch- kabarettistische Momente.

In der Melange am Mittwoch präsentieren Künstlerinnen und Künstler aus Tübingen und Umgebung Ausschnitte aus Noch-nie-Gesehenes und Althergebrachtes.

Die Höhepunkte im November sind ohne Frage am Samstag, 24.11.2007 zum 10-jährigen Bestehen des Hechinger Theatertrepple „Ein Abend mit Curt Goetz“ sowie am Freitag, 30.11.2007 Platons „Trinkgelage“ ein philosophisches Stück, dargeboten von Thomas Oser.

Den aktuellen Spielplan finden Sie unter www.vorstadttheater.de. Der Mittwoch steht ganz im Zeichen regelmäßiger Sitzungen, Proben und Ensembletraining in der Katharinenstraße 28. Wer mitwirken möchte, ist herzlich willkommen. Jede Unterstützung, aktiv oder fördernd ist gerne gesehen.


Nachzulesen in der Ausgabe Nr. 6 vom 23.November in Tübingen im Fokus

Der Buchautor und Verleger Volker Rudolph zeichnet sich verantwortlich für "Tübingen im Fokus", der neuen Wochenzeitung für und über Tübingen, für und über TübingerInnen. Kultur, Politik, Leben und Persönlichkeiten werden vorgestellt, aber auch das ausgefallene oder seltene Handwerk findet hier Beachtung.

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